22. Nov 18

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Helin Süslü nahm 3 ½ Jahre lang am Bildungs-Programm von atempo teil. Während dieser Zeit entwickelte die junge Frau mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen ihre digitale Kompetenz stetig weiter – mit Erfolg: Seit September 2018 ist sie als Schulassistentin beim Verein ISI (Initiative Soziale Integration) angestellt und in der Volkschule Viktor Kaplan tätig. Dort unterstützt sie das Lehrpersonal bzw. die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Tablet Computern und Apps. Auch "Steiermark heute" berichtete schon über sie.

"Ich helfe Lehrern und Lehrerinnen"

In einem sehr persönlichen Blog-Bericht erzählt Helin Süslü von ihrer Zeit bei atempo und von ihrem neuen Arbeitsplatz.

„Bei atempo habe ich mich selbst besser kennen gelernt, also meine Stärken und Schwächen. Außerdem habe ich gelernt, mir klare Ziele vor Augen zu setzen und langsam aber mit sicheren Schritten daraufhin zu arbeiten. In weiterer Folge habe ich gelernt, dass man nicht alle Dinge immer beim ersten Mal richtigmachen kann und von seinen Fehlern lernt, und es auch ok ist, wenn mal was nicht klappt. Natürlich habe ich auch viel Wissen mit in meinen jetzigen Job nehmen können, wie zum Beispiel: Ausdauer, Konzentration, Wille, Geduld und Zielstrebigkeit.

Neue Erfahrungen im Ausland

Das Auslandspraktikum in London hat mir besonders gut gefallen, weil das etwas war, was ich noch nicht machen konnte, aber schon immer wollte. Aber allein die verschiedenen Reisen in die verschiedensten Städte, wie Wien, Deutschland, Salzburg waren schon toll und haben mir neue Erfahrungen gebracht.
Die EU-Kurse, an denen ich teilgenommen habe, waren für mich eine gute Chance und eine Gelegenheit, in Austausch mit anderen Leuten zu kommen und gelerntes Wissen zu festigen und zu erweitern. Auch die Ausflüge in unterschiedliche Einrichtungen, wo wir verschiedenste Projekte hatten, waren sehr aufregend für mich, wie zum Beispiel die Stop Motion Projekte.
Nicht zu vergessen, sind die verschiedenen Praktika in den Firmen, die ich im Laufe meiner Zeit bei atempo gemacht habe. Besonders der Schwerpunkt “Digitale Bildung“ war sehr lehrreich und eine große Erweiterung für meine Fähigkeiten.
An atempo würde ich persönlich nichts ändern, aber das ist für jeden Teilnehmer anders. Den Bereich „Digitale Bildung“ würde ich aber am Laufenden halten und auch weiterhin ausbauen.

Auch der Herr Direktor probiert gerne Apps aus

Mein Aufgaben- und Tätigkeitsbereich bei ISI und der Volkschule Viktor Kaplan ist sehr unterschiedlich, kreativ, aber auch individuell anpassbar gestaltet. Das heißt, dass meine Tätigkeiten sehr unterschiedlich sind. Auf der einen Seite arbeite ich in Absprache mit den Lehrern und Lehrerinnen mit kleineren Gruppen von Kindern mit verschiedenen Apps in verschiedenen Lernfeldern und Kategorien. Auf der anderen Seite helfe ich auch Lehrern und Lehrerinnen, wenn sie Unterstützung von mir brauchen oder Fragen bezüglich der Apps haben, die wir in der Schule verwenden.
Natürlich stellen wir die Schwierigkeitsstufen der verschiedenen Apps so ein, dass das Kind dann damit auch zurechtkommen kann, und steigern die Schwierigkeit der App erst, wenn wir sehen, dass das Kind das schon kann, damit es nicht überfordert ist. Außerdem schauen wir immer, dass wir neue Apps finden. Oder wir testen neue Apps und geben dann dem Herrn Direktor eine Rückmeldung. Dann probiert er es selbst auch gern aus. Wenn wir sehen, dass ein Kind mit einer App gar nicht klarkommt, dann machen wir es so, dass es fürs Kind passt, und somit ist es dann auch individuell an die Anforderungen des Kindes angepasst.

Ein gutes System aufgebaut

In der ersten Phase im neuen Job finde ich, dass es nicht schlecht ist, wenn der Jobcoach einen weiterhin begleitet. Weil: Wenn diverse Fragen auftauchen, kann der Jobcoach unterstützen. Vor allem beim Schriftverkehr und den Dokumenten, die man ausfüllen muss, kann dies sehr hilfreich sein.
Beim Arbeiten in meinem neuen Job in der Schule brauche ich eigentlich keine Unterstützung, weil ich einen Arbeitskollegen habe und wir uns gegenseitig unterstützen. Falls wir zu zweit etwas nicht lösen können, helfen uns die Lehrer und Lehrerinnen, aber auch der Herr Direktor gerne. Deshalb kann ich sagen, dass ich schon ein gutes System aufgebaut habe. Und die Schüler und Schülerinnen arbeiten auch gerne am Tablet mit uns und bieten ihre Hilfe auch gern an, wenn sie sehen, dass wir eine Unterstützung brauchen können.
Die einzige Unsicherheit, die es gibt, ist die, wie es die nächsten Jahre aussehen wird und wie sich das ganze Pilotprojekt entwickelt und vor allem, wie dann die Weiterbildungsmöglichkeiten sind und welche Optionen es dafür gibt, weil man sollte dauerhaft am aktuellen Wissensstand bleiben, aber auch sein Wissen erweitern können.

Die Zusammenarbeit mit den Kindern ist toll

Die Zusammenarbeit zwischen mir und den Lehrern und Lehrerinnen ist sehr gut, weil sie immer offen für Neues sind und die Kommunikation zwischen uns sehr gut funktioniert. Natürlich wird auch der Herr Direktor laufend von den Lehrern und Lehrerinnen, aber auch von mir, über Neuheiten informiert. Weil ein regelmäßiger Austausch zwischen uns besteht, können Missverständnisse schneller gesehen, gelöst, aber vor allem vermieden werden.
Auch die Zusammenarbeit zwischen mir und den Kindern ist toll, weil sie gerne mit mir arbeiten. Dass sie auch selbständig am Tablet arbeiten dürfen, macht ihnen besonders viel Spaß. Manchmal stellen wir auch kleinere Wettbewerbe und Ziele auf, damit sie konzentriert arbeiten. Dass die Kinder einen guten Zugang zu uns haben, und freiwillig und gern bei mir sind, macht natürlich vieles einfacher und räumt auch viele Hindernisse und Barrieren aus dem Weg.
Natürlich ist all das möglich, weil der Herr Direktor ein sehr offener Mensch ist und selbst auch sehr interessiert ist, was digitales Lernen mit Unterstützung durch Tablets angeht und deswegen auch sein Bestes für solch eine Zusammenarbeit in der Schule gibt. Aus diesem Grund freue ich mich sehr in der Schule sein zu können und wünsche mir für die Zukunft auch weiterhin an der Schule bleiben zu können."

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